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Donnerstag, den 06.12.2012 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Magazin und Bauwerke zu finden.


Die historisch ereignisreiche Wartburg



Eingebettet in bewaldete Höhen thront die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Wartburg über der thüringischen Stadt Eisenach. In ihr spielten sich Höhepunkte deutscher Kultur ab, was neben ihrer äußerst schönen Architektur, der Grund für ihre Beliebtheit unter Touristen aus nah und fern ist. Ihr Name leitet sich vom Begriff "Warte" ab, also Wach-, Wächterburg. Heute erscheinen wehrtechnische und machtpolitische Aspekte, die zu ihrer Gründung um 1067 bewogen, jedoch nur noch zweitrangig.

Ausblick ins Tal
Die Wartburg galt Anfang des 13. Jahrhunderts als Zentrum hochmittelalterlichen Dichtens und Minnesangs ("Sage vom Sängerkrieg"), wurde zum Wohn- und Wirkungsort der heiligen Elisabeth, bot dem vom Papst gebannten und vom Kaiser geächteten Reformator Martin Luther als Junker Jörg Exil, ließ Johann Wolfgang von Goethe, der dort einige Male weilte, ins Schwärmen geraten und sah im Jahre 1817 mit dem Wartburgfest der deutschen Burschenschaften den Morgen einer freiheitlich-demokratischen Nation heraufdämmern. Jedoch dürfte die Festung nicht für jeden in guter Erinnerung bleiben. 1540 wurde der zum Symbol des Widerstands gegen Staat und Kirche gewordene Täufer Fritz Erbe auf die Wartburg gebracht und in das zehn Meter tiefe Verlies des Südturms bei völliger Finsternis und Kälte eingesperrt, wo er acht Jahre später verstarb. Erst Jahrhunderte darauf wurden bedeutende Funde gemacht. Ein Raum im Südturm erinnert an das Schicksal von Fritz Erbe. Natürlich stoßen die Wartburg-Besucher heute auch auf wunderschöne Funde. So etwa der aus dem 12. Jahrhundert erhaltene Palas, der in die Zeit der Thüringer Landgrafen "Ludowinger" zurückführt. Dieser ist eine seltene Kostbarkeit spätromanischer Baukunst.

1815 schlug Goethe vor, eine museale Einrichtung in der Burg errichten zu lassen, die mittelalterliche Zeugnisse ausstellen sollte. Das heutige Wartburgmuseum, das eine umfangreiche Sammlung von Kunstschätzen aus acht Jahrhunderten beherbergt, befindet sich überwiegend in den Räumen der Kemenate und der Dirnitz. Von dort führt ein mittelalterlicher Wehrgang in die Vogtei. In dieser ist das jahrhundertelange Ziel unzähliger Pilger vorzufinden. Hierbei handelt es sich um die Lutherstube, welche getrost als Geburtsstätte der deutschen Schriftsprache und als Wiege der Lutherbibel bezeichnet werden darf, denn hier übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche. Obwohl die Wartburg als mittelalterliche Bausubstanz im Laufe ihrer Geschichte Restaurierungen unterlag, verleiht sie dennoch eine beinahe erschreckend-authentische Vorstellung über einzelne Lebensetappen wichtiger Persönlichkeiten.

Bild links Bild rechts
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