Home > Magazin > Deutschlands Denkmäler - Teil 1: Kriege, Opfer und Helden




Freitag, den 25.01.2013 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Magazin und Bauwerke zu finden.


Deutschlands Denkmäler - Teil 1: Kriege, Opfer und Helden



Blickt man auf die bekanntesten Denkmäler Deutschlands, so erfährt man einiges über die kriegerische, intellektuelle, industrielle oder einfach: über die bewegte Geschichte unseres Landes. Die in Stein gehauenen "Erinnerungsstücke" verweisen auf große militärische Siege, auf nicht minder große Niederlagen, erinnern an Helden, Dichter und Denker oder feiern den technischen Fortschritt eines Zeitalters. Eine spezielle Art von Denkmälern schließlich, die Mahnmale, erinnern an Opfer von Kriegen und Gewalt und sollen neben dem Erinnern auch eine gewisse Betroffenheit beim Betrachter erzeugen. Im ersten Teil unseres Berichts der bekanntesten Denkmäler stehen Kriege sowie ihre Opfer und Helden im Vordergrund.

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin
In diese Kategorie fällt auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, besser bekannt als Holocaust-Mahnmal. Es besteht aus 2711 Betonquadern, die zwischen 2003 und 2005 in der Nähe des Brandenburger Tores auf einer 19.000 Quadratmeter großen Fläche errichtet. Die einzelnen Stelen weisen unterschiedliche Höhen – von ebenerdig bis 4,7 Meter – auf und sind auf einem wellenförmigen Boden angeordnet. Zum Komplex gehört auch ein unterirdisches Museum, in dem unter anderem die Namen aller bekannten Holocaust-Opfer aufgelistet sind.

Ganz anderer Natur ist dagegen die Siegessäule, ebenfalls in Berlin zu finden und nur wenige Straßenzüge vom Holocaust-Mahnmal entfernt. Die "Goldelse", wie die Hauptstädter die Statue der römischen Siegesgöttin Viktoria liebevoll nennen, wurde zwischen 1864 und 1873 in Erinnerung an die Siege des Preußens im Deutsch-Dänischen Krieg 1864, im Deutschen Krieg gegen Österreich 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 errichtet. Drei Segmente des Sockels sollten an diese Siege erinnern. Den vierten Sockel erhielt die Säule während der NS-Zeit, während der sie auch ihren heutigen Standort auf dem Großen Stern bezog. Seit 2008 gehört sie zur Straße der Monumente, die verschiedene Denkmäler und Erinnerungsorte in Nord- und Mitteldeutschland verbindet.

Viel weiter in die Vergangenheit reicht die Bedeutung des Hermannsdenkmals im Teutoburger Wald. Das zwischen 1838 und 1875 errichtete Monument erinnert an die Schlacht im Teutoburger Wald, die im Jahre 9 zwischen dem Cheruskerfürsen Arminius und dem römischen Feldherrn Publius Quinctilius Varus ausgetragen wurde. Arminius wurde im 19. Jahrhundert nicht nur als Besieger der Römer, sondern vor allem auch als Einiger der "deutschen" Stämme gesehen, also als ein Vorbild für die beginnende Suche nach nationaler Identität. Weitere Denkmäler, die sich mit der nationalen Einheit Deutschlands befassen, sind beispielsweise die Walhalla bei Regensburg und das Niederwalddenkmal mit der Germania bei Rüdesheim.

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig
Ebenfalls an große Kriegstaten erinnert das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Vom 16. bis 19. Oktober 1813 hatte eine Allianz aus Österreichern, Preußen, Russen und Schweden Napoleon Bonaparte eine schwere Niederlage beigebracht und so die sogenannten Befreiungskriege für sich entschieden. Das 91 Meter hohe Monument wurde 1913 eingeweiht und gilt heute als eines der Wahrzeichen der sächsischen Großstadt. In seinem Inneren befindet sich eine Ruhmeshalle mit 324 lebensgroßen Reiterstatuen an der Kuppeldecke und vier mehr als 9 Meter hohen Totenwächtern, die die Tugenden des deutschen Volkes repräsentieren sollen. Sie bewachen die Krypta im Mittelrund, die symbolisch das Grab von 120.000 in der Schlacht Gefallenen darstellen soll.

Reihe: Deutschland, deine Denkmalkultur!

In themenorientierter Reihung präsentieren wir Euch hier die bekanntesten, aber auch die außergewöhnlichsten Mahnmale und Erinnerungsstätten der Bundesrepublik.



© freizeitstars/US




Verwandte Artikel





Kommentare

 Eigenen Kommentar verfassen

Noch kein Kommentar abgegeben!


Hier eigenen Kommentar verfassen


Name (wird angezeigt)


E-Mail (wird nicht angezeigt, optional)


Webseite (wird angezeigt, optional)
Ihr Kommentar


Bitte den Text in der Grafik eingeben
(zwei Worte mit Leerzeichen)










Diesen Artikel
empfehlen