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Mittwoch, den 19.06.2013 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Bauwerke und Magazin zu finden.


Deutschlands Denkmäler - Teil 3: Industrie und Technik



Der Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin. © Andreas Steinhoff
© Andreas Steinhoff
Weltbekannt: Der Fernsehturm am Alex
Denkmäler erzählen Geschichte: Die Geschichte eines besonderen Menschen, besonderer Schicksale, Geschichten von historischen Ereignissen, großen Taten und manchmal auch großen Niederlagen. Sie haben die Aufgabe, Ruhm und Ehre, manchmal aber auch nur die Erinnerung für die Nachwelt aufzuheben und (be)greifbar zu machen. Eine besondere Stellung nehmen dabei die Industriedenkmäler ein. Sie zeugen zum einen von der Baukunst und dem technischen Fortschritt vergangener Tage, geben zum anderen aber auch einen Blick frei in den Arbeitsalltag der Menschen früherer Jahre.

Einen solchen Einblick gewährt zum Beispiel das Textilviertel in Augsburg. Schon in vorindustrieller Zeit war Augsburg ein wichtiger Standort des Textilhandwerks. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Stadt 21 große Textilfabriken, die mehr als 10.000 Menschen beschäftigten. Diese entstanden vor allem auf einem unbebauten Wiesengelände östlich der Altstadt, im heutigen Textilviertel und waren in repräsentativen Bauten untergebracht. Zeugnisse aus dieser Zeit sind beispielsweise die Augsburger-Kammgarn-Spinnerei und das Fabrikschloss der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg. Im Textilviertel befindet sich außerdem das Staatliche Textil- und Industriemuseum, das in einem Teil einer ehemaligen Kammgarn-Spinnerei untergebracht ist.

Ein ebenso wichtiger Brotgeber wie die Textilfabriken in Augsburg war der Kohlenabbau im Ruhrgebiet. Einen spannenden Einblick in die Arbeitswelt der "Kumpels" gewährt eines der wohl bekanntesten Industriedenkmäler Deutschlands, die Zeche Zollverein in Essen, deren Geschichte bis ins Jahr 1834 zurückreicht. Sie wurde 1986 stillgelegt, 2001 wurden die Schächte 12 und 1/2/8 zusammen mit der Kokerei Zollverein in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Heute wird die Kokerei vor allem als Ausstellungsraum genutzt und beherbergt unter anderem die Rauminstallation "Palast der Projekte" von Ilya und Emilia Kabakov. In der Kohlenwäsche ist dagegen seit 2009 das RuhrMuseum untergebracht, das unter anderem Schätze des Essener Domschatzes zeigt. Die Zeche ist zwar eines der bekanntesten Industriedenkmäler in der UNESCO-Welterbeliste, war allerdings nicht das erste seiner Art, das hierin aufgenommen wurde. Diese Ehre wurde im Jahr 1994 der Völklinger Hütte zuteil. Das ehemalige Eisenwerk war von 1873 bis 1986 in Betrieb und dient bereits seit Mitte der 1990er Jahre als Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen. Das Areal des Weltkulturerbes Völklinger Hütte umfasst etwa 10 Hektar, häufig wird aber auch das gesamte Werksgelände der Saarstahl AG - insgesamt etwa 260 Hektar - als Völklinger Hütte bezeichnet.

Die Zeche Zollverein in Essen
Wer in Dresden nach einem Industriedenkmal sucht, wird schnell sein "Blaues Wunder" erleben. So nämlich heißt die Loschwitzer Brücke, die im Jahr 1893 fertiggestellt wurde, im Volksmund. Ihren Spitznamen verdankt sie der Tatsache, dass zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erst wenige Brücken ihrer Spannweite existierten, die ohne Stützpfeiler im Fluss auskamen, sowie ihrem von Beginn an blauen Anstrich. Ein weiteres sehr bekanntes Industriedenkmal Deutschlands ist der Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin. Mit beeindruckenden 386 Metern ist er das höchste Bauwerk der Bundesrepublik und wird heute vor allem als Aussichtsturm, aber auch zur Übertragung von Funk- und Fernsehprogrammen genutzt. Der für Besucher zugängliche Bereich unterteilt sich in zwei Etagen: zunächst die Aussichtsplattform in einer Höhe von 203,78 Metern, darüber die Restaurant-Ebene mit dem Telecafé, einem Drehrestaurant, das sich - je nach eingestellter Geschwindigkeit - in 30 oder 60 Minuten um 360° dreht.

Reihe: Deutschland, deine Denkmalkultur!

In themenorientierter Reihung präsentieren wir Euch hier die bekanntesten, aber auch die außergewöhnlichsten Mahnmale und Erinnerungsstätten der Bundesrepublik.



© freizeitstars/US




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