Home > Magazin > Der Berliner Spreepark

Im Spreepark Berlin © Christopher Flade
© Christopher Flade



Dienstag, den 10.12.2013 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Magazin zu finden.


Der Berliner Spreepark



Seit Ende des Jahres 2001 ist der Berliner Spreepark nun schon geschlossen - doch noch immer übt der Freizeitpark, der als "Kulturpark Plänterwald" der einzige ständige Vergnügungspark der DDR war, eine große Faszination aus. Wo sonst kann man die einzigartige Atmosphäre, die von stillgelegten und verwitterten Fahrgeschäften ausgeht, aus nächster Nähe genießen? So ist es auch kaum verwunderlich, dass der Park - zumindest sporadisch - noch immer mit Leben gefüllt ist. An den Wochenenden finden regelmäßig Führungen statt, bei denen die Besucher auch sehr viel über die bewegte Geschichte des Parks erfahren.

Diese begann im Jahr 1969. Als Neil Armstrong den Mond betrat, Willi Brandt zum Bundeskanzler der BRD vereidigt wurde und die Beatles ihr letztes öffentliches Konzert gaben, feierte die DDR-Regierung den 20. Jahrestag der Staatsgründung mit der Übergabe des "VEB Kulturpark Berlin" an die Bevölkerung. Innerhalb von nur sieben Monaten war auf dem Gelände im Plänterwald ein Freizeitpark entstanden, der sich vor allem durch die aus nichtsozialistischen Warengebieten importieren Fahrgeschäfte von anderen Rummelplätzen der Deutschen Demokratischen Republik unterschied. Auf dem etwa 60 Hektar großen Gelände fanden sich neben diesen Attraktionen aber auch viele parkähnliche Flächen, für den eigentlichen Freizeitpark wurden nur etwa 18 Hektar genutzt. Eine der größten Attraktionen des Parks war von Anfang an das Riesenrad, mit einer Höhe von 40 Metern das höchste der DDR. Abends wurde es von mehr als 9.600 bunten Glühlampen und über 510 Leuchtstoffröhren malerisch beleuchtet. Zum 40. Geburtstag gönnte sich die DDR dann übrigens ein noch größeres Rad: 45 Meter maß das neue Riesenrad, das noch heute im Spreepark zu sehen und so etwas wie ein Wahrzeichen des Parks geworden ist.

Impressionen aus dem Spreepark

Bild links Bild rechts
  • Im Spreepark Berlin<br />© Andreas Steinhoff
  • Im Spreepark Berlin<br />© Gelerunited
  • Im Spreepark Berlin<br />© Gelerunited
  • Im Spreepark Berlin<br />© schwarz-fotografie.net
  • Im Spreepark Berlin<br />© Christopher Flade
  • Im Spreepark Berlin<br />© Christopher Flade
  • Im Spreepark Berlin<br />© Christopher Flade

Nach der Wende sollte der Park, der zu DDR-Zeiten mehr als 1,5 Millionen Besucher im Jahr begrüßen konnte, zu einem Freizeitpark nach westlichen Vorbildern umgestaltet werden. Der VEB Kulturpark wurde aufgelöst, die Spreepark GmbH unter Geschäftsführer Norbert Witte übernahm den Park. Die Zukunft sah zunächst rosig aus: Bis 1997 wurden 40 Millionen DM in die Umgestaltung des Spreeparks investiert, neue Attraktionen wie die Achterbahn "Mega Looping" oder die Wildwasserbahn "Grand Canyon" kamen hinzu. Rund um das Riesenrad entstanden ein See mit Kanalfahrt und ein Amphitheater für die Stuntshow. Hier war zwischen 1995 und 1998 übrigens auch die Stuntcrew Babelsberg zu Gast, deren Tricks man heute im Filmpark Babelsberg bewundern kann.

Die Gründe für das Ende des Spreeparks waren äußerst vielschichtiger Natur: Die Umwandlung eines Teils der Fläche in ein Landschaftsschutzgebiet und damit einhergehend fehlende Parkplätze, Fehler des Managements und ein dramatischer Rückgang der Besucherzahlen hatten schließlich die Schließung zur Folge. Seit 2009 kann der Park wieder im Rahmen von Führungen besichtigt werden, zu bestimmten Anlässen sind auch einige der Fahrgeschäfte wieder in Betrieb.

Weitere Freizeitparks in Berlin findest du hier

© freizeitstars/US




Verwandte Artikel





Kommentare

 Eigenen Kommentar verfassen

Noch kein Kommentar abgegeben!


Hier eigenen Kommentar verfassen


Name (wird angezeigt)


E-Mail (wird nicht angezeigt, optional)


Webseite (wird angezeigt, optional)
Ihr Kommentar


Bitte den Text in der Grafik eingeben
(zwei Worte mit Leerzeichen)










Diesen Artikel
empfehlen